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Gertrud

In dem kleinen Waldstück am östlichen Ortsrand gibt es ein Regenrückhaltebecken. Klingt unromantisch, liegt auch zwischen Autobahnlärm und Bahntrasse, ist aber zu einem hübschen kleinen Teich verwachsen, mit schilfgesäumten Ufern und einem kleinen Inselchen in seiner Mitte. 

Dort habe ich schon vor einer Weile neben einem umherpaddelnden Entenpaar eine Graugans beobachtet. Graugänse kommen hier das ganze Jahr über an Wasserflächen vor. Größere Gruppen sieht man oft am Böblinger See und bei Rohrau im Naturschutzgebiet. Diese hier sitzt seit einigen Tagen nun geduldig auf der Insel im Teich und bewegt sich kaum. Heute habe ich sie mir genauer angesehen. Vom Weg aus, mit dem Fernglas, ist sie gut zwischen den Schilfhalmen zu beobachten, ohne dass es sie zu stören scheint. Sie ist wirklich eine Schönheit, und irgendwie kommt mir der Name Gertrud in den Sinn.  

Ein richtiges Nest ist kaum zu sehen, aber hin wieder stopft sie einen Halm oder eine Daunenfeder unter sich. Ich glaube, Getrud brütet etwas aus. 

Was mich wundert ist, dass Gertrud immer allein hier ist, wo doch Graugänse immer gern im Trupp, zumindest aber zu zweit unterwegs sind. Ob ihrem Liebsten etwas zugestoßen ist? Oder wurde sie aus einer Gruppe weggemobbt? Wie dem auch sei, Gertrud ist allein mit ihrer Brut beschäftigt, und ich frage mich, ob sie nur übt, oder tatsächlich bald alleinerziehende Mutter wird. Zumindest hat sie ein gutes Plätzchen gefunden, denn die Insel bietet Schutz vor einigen Feinden. 


Graugans (Anser Anser) 

Graugänse brüten von März bis Juni, legen 4-8 schmutzig-weiße Eier, die sie vier Wochen lang bebrüten. Ich hoffe Gertrud schafft das alleine und findet genügend Futter am Waldweiher. Sie braucht Gräser und Sämereien und darf die Eier nicht lang allein lassen. 

Ich werde sie wieder besuchen, um zu sehen, was aus ihr und ihrem Brutversuch wird.  

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