Momentan hat man das Gefühl, dass die Menschen in dieser besondere Situation auffallend häufig spazieren gehen. Was sollten sie auch sonst tun. Der Gang nach draußen, an die frische Luft, ist das einzige Stück Freiheit, das uns während der Corona-Ausgangssperre noch geblieben ist. Und die einzige Möglichkeit, mal wieder ein paar andere Menschen zu sehen – und sei es nur, wenn man grüßend aneinander vorbeiläuft. Mit zwei Meter Abstand, bitte.
Aber ich glaube, es liegt gar nicht mal so sehr an Corona. Der Frühling ist in voller Pracht bei uns eingezogen – da ist es eigentlich kein Wunder, dass es die Menschen nach draußen drängt. Zu keiner Zeit ist die Natur so prachtvoll, so neu, so wunderbar und voller Entdeckungen wie im Frühjahr, wenn alles wieder zum Leben erwacht.
Guckt euch diesen Blütenteppich an – ein Meer aus Buschwindröschen. <3
Die Blütenfülle, die sich einem aktuell beim Osterspaziergang präsentiert, ist atemberaubend. Und Ich konnte es nicht lassen, mit der Handykamera einen großen, bunten Blumenstrauß davon mitzunehmen. Und weil ich zwar einige aber eben doch nicht alle dieser wundervollen Blütenstars mit Namen kenne, habe ich für euch mal recherchiert. Das kann man übrigens ganz wunderbar mit dem sogenannte „Krautfinder“ – einer umfangreichen Datenbank im Internet, bei der man mit Hilfe von Blütenfarbe und -form, Blühzeit, Blattform und vielen weiteren Merkmalen das jeweilige Pflänzchen ziemlich zuverlässig bestimmen kann. Das macht sogar richtig Spaß und weckt gleich den Forscherdrang in mir. Also: schnappt euch Kamera und Wanderschuhe und dann raus mit euch! Es gibt noch so viel mehr Schönheit da draußen zu entdecken!
Das Titelbild ist übrigens eine liebenswerte Botschaft, die ein paar Spaziergänger mit Sägemehl auf dem Waldweg hinterlassen hatten. In diesem Sinne wünsche auch ich euch Frohe Ostern und bleibt bitte weiterhin gelassen, gesund und auf Abstand. Danke. 🙂
aufgrund der aktuellen Situation (Coronavirus SARS COV-2 / Covid-19) sehen auch wir uns gezwungen, alle geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten bis auf Weiteres auszusetzen. Wir werden zu gegebener Zeit nach neuen Terminen suchen, wenn sich die Lage hoffentlich wieder entspannt hat, und Sie dann auf diesen Seiten darüber informieren. Bleiben Sie zuhause, genießen Sie die Sonne und das Zwitschern der Vögel vom Fenster oder vom Balkon aus und vor allem: Bleiben Sie gesund!
Nachlese zum Sommerferienprogramm am 02.09.2019: „Ausflug ins Vogelschutzzentrum Sindelfingen“
Am Montag, den 02. September, durften 15 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren einen erlebnisreichen Nachmittag im Vogelschutzzentrum in Sindelfingen verbringen. Am Treffpunkt wurden Sie von Maskottchen „Horst“ – einem kuschelweichen Weißkopfseeadler – begrüßt, der mit seinem frechen Plappermaul in Windeseile die Herzen der Kinder für sich eroberte.
Schon die Fahrt mit S-Bahn und Bus bis zum Badezentrum in Sindelfingen – neben dem sich das Vogelschutzzentrum (VSZ) befindet – war für die Kinder ein Abenteuer. Vor Ort wurden wir dann von der Biologin und Pädagogin Birgit Aubert begrüßt, die das Vogelschutzzentrum leitet. Unterstützt wird sie dabei von aktuell drei ehrenamtlichen Helfern, die im VSZ ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren.
Mit großen Augen betraten die Kinder den liebevoll gestalteten und großzügigen Ausstellungsraum des Vogelschutzzentrums, in dem sich allerlei Exponate befinden. Eine große Auswahl an Vogeleiern wurde gezeigt – vom kleinsten Kolibri-Ei bis zum beeindruckenden Straußen-Ei. Eine „Hörbox“ verriet auf Knopfdruck, wie der Gesang von z.B. Feldlerche oder Goldammer klingt. Und natürlich gab es jede Menge ausgestopfte Vögel zu bewundern – ob klein oder groß, sitzend oder fliegend.
Dann lud Frau Aubert die Kinder zu einer Fragerunde ein. Und die Kinder hatten VIELE Fragen: Wie denn so ein Vogel geboren wird, wollten sie wissen. Wie klein der kleinste Vogel der Welt ist. Und wie die ganzen Vögel hier im Raum denn gestorben seien. Sie erfuhren, dass unsere heimischen Vögel durch ganz schön viele Gefahren bedroht sind, und oft bringen dann Spaziergänger gefundene Vögel zu Frau Aubert ins Vogelschutzzentrum, damit sie dort präpariert und ausgestellt werden können. Denn so nah wie hier bekommt man die meisten Vögel normalerweise nicht zu Gesicht.
Die ausgestellten Vögel durfte man zwar nicht anfassen, weil sie davon kaputt gehen würden. Doch Frau Aubert hatte noch etwas ganz besonderes für die Kinder – einen echten Schwanenflügel, groß und weiß und majestätisch wie sein ehemaliger Besitzer. Frau Aubert demonstrierte, wie viel Kraft in so einem Flügel steckt und wie viel Wind man damit machen kann. Und dann durften alle Kinder den Schwanenflügel auch mal anfassen und streicheln.
Highlight: Ein echter Schwanenflügel zum Anfassen.
Natürlich werden nicht nur verstorbene Tiere ins Vogelschutzzentrum gebracht, wie Frau Aubert berichtete. Oft werden auch verletzte Vögel gebracht oder Jungtiere, die sich noch nicht selbst versorgen können und die dann von ehrenamtlichen Helfern behutsam wieder aufgepäppelt werden.
Im Anschluss an die Fragerunde ging es dann noch in den Wald. Frau Aubert erklärte anhand von Schautafeln, wie und wo die Vögel im Wald leben. Die Kinder durften einen Blick in einen der vielen Nistkästen werfen und machten Picknick in einem großen „Adlerhorst“, einem aus Ästen zusammengetragenen Rastplatz, der tatsächlich an das Nest eines Adlers erinnert.
Neugierig: So sieht es in einem Nistkasten aus.
Frisch gestärkt durften die Kinder noch ein „Wald-Memory“ lösen, bei dem es darum ging, sich möglichst viele Gegenstände wie Blätter und Zapfen zu merken und diese im Wald wiederzufinden. Schließlich besuchten wir dann noch eine kleine Lichtung mit einem Tümpel, in dem die Kinder ein paar Frösche entdecken konnten. Und mit geschultem Blick erspähten die kleinen Naturdetektive sogar einen gut getarnten Bussard in den Zweigen, der sich kurz darauf erhob und majestätisch seine Kreise am Himmel zog.
Der Nachmittag verging fast wie im Fluge und mit zahlreichen Eindrücke im Gepäck traten wir am späten Nachmittag den Heimweg an. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Frau Aubert und ihr Team vom Vogelschutzzentrum für den tollen, gelungenen Nachmittag. Und natürlich an unser Maskottchen „Horst“! 🙂
Ich freue mich jedesmal, wenn ich eine dieser hellgrauen Nacktschnecken in meinem Garten entdecke. Ja, Nacktschnecke!
Nacktschnecken sind im heimischen Garten ja meist nicht besonders beliebt – sie sind schleimig, vermehrungsfreudig und äußerst gefräßig. Und dabei haben sie es ausgerechnet auf unsere Gemüsebeete, Jungpflanzen und Blumen abgesehen. In kürzester Zeit können die braunen Fieslinge ganze Salatbeete kahl fressen und unsere schönen Funkien (Hosta) komplett durchlöchern. Logisch, dass die meisten Menschen auf Nacktschnecken im allgemeinen nicht besonders gut zu sprechen sind und derlei Hausgenossen möglichst schnell und gründlich wieder loswerden wollen. Aber:
Nicht alle Nacktschnecken stehen auf Gemüse!
Es gibt nämlich unter den Nacktschnecken auch durchaus unschädliche und sogar nützliche Vertreter – wie den Tigerschnegel! Leider wissen das nur die wenigsten und verbannen rigoros alles, was der gemeinen Nacktschnecke auch nur im Entferntesten ähnlich sieht.
Dabei lohnt es sich durchaus, mal etwas genauer hinzuschauen: Im Unterschied zu seinen meist rot-braunen Artgenossen ist der Tigerschnegel im Allgemeinen grau bis hellbraun gefärbt und weißt eine auffällige Fleckenzeichnung auf, die den Streifen eines Tigers ähnelt – daher auch der Name Tigerschnegel. Es soll sogar fast weiße Albino-Varianten ganz ohne Streifen geben, die sind mir persönlich bislang aber noch nicht begegnet.
Hier eine eher hellbraune Variante mit gut erkennbarer Fleckenzeichnung (Foto: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)
Tigerschnegel fressen ihre braunen Artgenossen
Tigerschnegel können zwischen 10 und 20 cm groß werden und ernähren sich bevorzugt von Pilzen, Pflanzenresten und Aas und fungieren auf diese Weise als „Aufräumen-Polizei“ im Garten. Im Unterschied zu ihren braunen Verwandten gehen sie nur eher selten an frische Pflanzenteile und richten daher kaum Schaden in unseren Beeten an.
Was aber noch viel besser ist: Tigerschnegel fressen ihre braunen Artgenossen samt deren Gelege. Sie sind also die beste, natürliche Waffe im Einsatz gegen die unliebsamen gemeinen Nacktschnecken. Und deutlich hübscher sind sie allemal.
Auf Flusskieseln wie hier ist der Tigerschnegel trotz seiner markanten Zeichnung gut getarnt. (Foto: Anke Merau)
Und genau deshalb freue ich mich jedesmal, wenn ich einen dieser nützlichen (wenn auch zugegeben sehr klebrigen) grauen Minitiger in meinem Garten sehe! Sie leben übrigens strickt nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in dunklen Ecken und auch gerne mal in Garage oder Keller. Das ist auch der Grund, warum man sie relativ selten zu Gesicht bekommt, auch wenn sie in Deutschland keineswegs selten sind. Ich entdecke sie oft in meiner Biotonne, wenn ich am Tag zuvor Gartenabfälle darin entsorgt habe. Dann kleben die kleinen Räuber auf der Suche nach dem Ausgang oft oben am Deckel, wo ich sie behutsam (mit Handschuhen, ohne Werkzeug!) wieder absammle und in meinen Beeten freilasse. Und es funktioniert tatsächlich: Seit ich Tigerschnegel in meinem Garten habe, ist die Zahl der braunen Nacktschnecken deutlich zurückgegangen!
Im letzten Jahr hat die Gemeinde Ehningen an einem Wettbewerb des NABU zur „Förderung der biologischen Vielfalt im Siedlungsraum“ teilgenommen. Mit dem Projekt „Natur nah dran“ sollen öffentliche Grünflächen so gestaltet werden, dass sie Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten. Dazu wurden 50 Kommunen ausgelost, die bei der Umgestaltung von Grünflächen von den NABU-Experten unterstützt werden – sowohl finanziell, als auch mit Rat und Tat.
Auch Ehningen hat sich für das Projekt beworben – und dank der tollen Arbeit unseres Gemeindegärtners den Zuschlag für die Förderung erhalten! Und so wurden im letzten Jahr mit Schaufel und Schotter zahlreiche Flächen in der Gemeinde umgestaltet. Dazu war allerdings zunächst ein Bodenaustausch nötig, denn Wildblumen bevorzugen karge und nährstoffarme Böden. Das ist auch der Grund, warum die Grüninseln entlang der Bühlallee momentan etwas „trist“ und wie kahle Schotterwüsten aussehen. Doch keine Bange: Das bleibt nicht so!
Ich gestehe, ich gehöre zu der eher ungeduldigen Sorte von Menschen und kann es seit dem Besuch der NABU-Gärtner im letzten Jahr kaum noch abwarten, bis hier endlich alles bunt blüht und summt. Deshalb habe ich mich heute auch so über die ersten kleinen Schlüsselblumen gefreut, die ich in den Schotterflächen entdeckt habe:
Noch ganz klein und unscheinbar und auf der großen Fläche kaum zu sehen – aber als tapferer kleiner Frühblüher hat sie als erstes den Kopf aus dem Kies gestreckt.
Für mich bedeuten Schlüsselblumen auch ein Stück Kindheitserinnerung, denn auf den Wiesen und Waldrändern hinter meinem Elternhaus wuchsen damals unzählige Schlüsselblumen. Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, dass sie wirklich wie ein winziger Schlüsselbund klingeln, wenn ihre Blüten im Wind wippen.
Flower Fakts:
Schlüsselblumen gehören zur Gattung der Primeln
Die Stiftung Naturschutz Hamburg kührte sie zur „Blume des Jahres 2016“
Sie ist vor allem bei Hummeln und Faltern beliebt und dient auch mehreren Schmetterlingsraupen als Futterpflanze
Extrakte der Schlüsselblume werden zur Behandlung von Erkältungen eingesetzt, weil der Wirkstoff der Schlüsselblume das Abhusten erleichtern soll.
Die Schlüsselblume gilt regional als gefährdete Pflanzenart und ist durch die deutsche Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt – also bitte nicht pflücken!
Beim Einkauf im Edeka Altdorf bin ich heute über zwei beeindruckende junge Männer gestolpert: Fynn und Pit haben die Aktion „Ein Stück am Tag“ im letzten Jahr ins Leben gerufen und engagieren sich jetzt mit Vorträgen an den Grundschulen oder Infoständen wie hier in Altdorf für die Verbreitung ihrer Idee. Die ist so einfach wie genial: Wenn jeder Mensch (1-99) nur ein Stück Müll am Tag aufheben und ordnungsgemäß entsorgen würde, statt es achtlos in der Natur oder auf der Straße liegen zu lassen, würde unsere Erde schon bald sehr viel besser aussehen!
Eine tolle Idee und eine unheimliche wichtige Botschaft, wie ich finde! Respekt an die beiden Initiatoren! Da mache ich gerne mit!
Fynn und Pit vor dem Altdorfer Edeka
Wer mehr über das Projekt der beiden Jungs erfahren will, kann sich auf deren Webseite informieren: https://einstueckamtag.jimdo.com
Vor Kurzem stand ich morgens an meinem Küchenfenster, draußen wurde es langsam hell, als plötzlich ein rotbraunes, hundeähnliches Tier mit langem buschigem Schwanz an meinem Haus vorbei durch die Straße rannte. Ein Fuchs! Mitten im Bühl! Was hat der denn hier zu suchen?
Nunja, er war vermutlich auf der Suche nach Futter. Füchse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Wenn jedoch in den Morgenstunden zunehmend die Menschen ihre Häuser verlassen und sich auf den Weg zur Arbeit oder zur Schule machen, dann wird es dem Fuchs schnell zu ungemütlich bei uns und er verzieht sich zurück in den Wald.
Ein Fuchs im Wohngebiet, kommt das öfter vor?
Um ehrlich zu sein, ich wohne jetzt seit fünf Jahren hier, und es war der erste Fuchs denn ich gesehen habe. Gerade im Januar und Februar ist die Chance jedoch größer, auch tagsüber mal einen Fuchs zu Gesicht zu bekommen. Dann nämlich beginnt die sogenannte „Ranzzeit“ bei den Füchsen und die Tiere begeben sich auf Partnersuche.
Im übrigen ist der Fuchs ein sogenannter „Kulturfolger“, d.h. er profitiert vom Zusammenleben mit dem Menschen. In den Städten findet er leichter Nahrung wie Ratten, Mäuse, Tauben, oder auch Abfälle des Menschen. Außerdem sind die Temperaturen in der Stadt meist angenehmer für den wärmeliebenden Fuchs. Zum Teil sind die Lebensbedingungen für Füchse in Städten oft sogar besser als im Wald oder in landwirtschaftlichen Regionen.
Können Füchse für den Menschen gefährlich werden?
Füchse sind nicht aggressiv und im Gegenteil sogar sehr scheu. Sie versuchen Begegnungen mit Menschen nach Möglichkeit zu vermeiden. Wenn sich Fuchs und Mensch doch einmal über den Weg laufen sollten, wird der Fuchs in aller Regel die Flucht ergreifen. Für den Menschen besteht also keine Gefahr – egal ob große oder kleine Menschen. 🙂
Auch die Gefahr sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren gilt als gering. Einfaches Händewaschen etwa nach einem Spaziergang oder der Gartenarbeit ist zum Schutz vollkommen ausreichend. Auch für ein erhöhtes Infektionsrisiko durch das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen aus dem Wald gibt es bislang keinen Beweis – auch wenn deswegen lange Zeit vor dem Verzehr von z.B. Walderdbeeren gewarnt wurde. Es empfiehlt sich jedoch, selbst gesammelte Früchte vor dem Verzehr auf jeden Fall gründlich zu waschen.
Ein etwas höheres Risiko einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm besteht ggf. für Hunde und Katzen, da diese häufiger mit z.B. befallenen Pflanzen und infizierten Nagetieren wie Mäusen – sogenannten Zwischenwirten – in Kontakt kommen. Deshalb ist bei unseren vierbeinigen Lieblingen eine regelmäßige Entwurmungskur durchaus angebracht.
Vor der Tollwut muss man erst recht keine Angst haben: Deutschland gilt bereits seit 2008 offiziell als tollwutfrei!
Foto: pixabay.com
Der Fuchs in der Ehninger Krebsbachaue
Ein Problem gibt es mit dem Fuchs dann aber leider doch: Die Krebsbachaue – ein viereinhalb Hektar großes Naturschutzgebiet zwischen Ehningen und Gärtringen – ist eines der wenigen Refugien für die vom Aussterben stark bedrohten Kiebitze. Diese Vogelart gehört zu den Bodenbrütern und baut ihre Nester in Ackerfurchen. Mit der Hilfe von engagierten Tierschützern konnte der Kiebitz auch in der Krebsbachaue wieder angesiedelt werden. Doch leider wurde im letzten Jahr ein paar mal ein Fuchs dort gesichtet, der einige der Eier stibitzt und wohl auch das eine oder andere Alttier erwischt hat. In der Folge sind im letzten Jahr deutlich weniger Jungtiere geschlüpft.
Das Gelände ist eigentlich durch einen Elektrozaun gesichert, dennoch ist es dem schlauen Fuchs (der seinen Namen ja nicht umsonst trägt) wohl gelungen, irgendwo einen Durchschlupf zu finden. In der kommenden Saison sollen die Kontrollen rund um die Krebsbachaue deshalb nochmal verstärkt werden.
Sind Füchse eigentlich bedroht?
Das zum Glück nicht. Aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit ist der Bestand der Rotfüchse seit Jahren konstant. Leider ist es in Deutschland bisher immer noch erlaubt, den Fuchs zu bejagen – angeblich um seine Population in Schach zu halten oder bedrohte Tierarten wie den Feldhasen oder den bereits erwähnten Kiebitz zu schützen. Dabei zeigt die Erfahrung, dass der invasive Eingriff durch die Jagd weder sinnvoll noch notwendig ist, denn Füchse gleichen größere Verluste durch Jagd, Krankheiten oder witterungsbedingte Ausfälle instinktiv mit einer höheren Geburtenrate wieder aus.
Weder ist der Fuchs selbst bedroht, noch stellt er eine artgefährdende Bedrohung für andere Tiere dar. Und von einer Überpopulation oder gar einer Plage kann erst recht nicht die Rede sein. Probleme wie die in der Krebsbauchaue sind Einzelfälle, die man nur individuell lösen kann – nicht indem man einer ganzen Art mit dem Gewehr zu Leibe rückt.
Ich jedenfalls habe mich über den buschigen kleinen Besucher vor meinem Fenster sehr gefreut und hoffe, dass es nicht die letzte Begegnung dieser Art war.
Anmerkung: Da man das Thema Jagd durchaus kontrovers betrachten kann, haben wir noch einen weiteren Beitrag veröffentlicht, der die Problematik von einem anderen Standpunkt aus beleuchtet: Fuchs mal anders.